Enka

Enka
Enka
 
[japanisch], Ende des 19. Jahrhunderts in Japan entstandene Form des populären Liedes, die bis heute — ungeachtet der gerade hier, nach den USA einem der weltgrößten Musikmärkte, wirksam gewordenen Einflüsse von außen — nach wie vor im Zentrum der japanischen Popmusik steht. Die Bezeichnung geht zurück auf die Begriffe enzetsu (japanisch = öffentliche Meinungsäußerung) und ka (japanisch = Lied) und verweist auf den ursprünglich politischen und sozialkritischen Charakter dieser »Meinungslieder«, die den widersprüchlichen Prozess der sozialen, ökonomischen und kulturellen Verwestlichung Japans in den letzten Dekaden des vergangenen Jahrhunderts begleiteten. Schon in den Zwanzigerjahren war daraus allerdings eine balladenartige Unterhaltungsform erzählenden Charakters geworden, die voll und ganz von dem damit verbundenen affektbetonten Gesangsstil lebte. Als Initialtitel für diesen neuen Enka gilt Shimpei Nakayamas (1893-1951) »Sendo Kouta« (1921). Bebendes Vibrato in der Stimme und emotionale Überzeugungskraft blieben die herausragenden Kennzeichen dieser Form des japanischen populären Liedes, deren Assimilationsfähigkeit für die unterschiedlichsten und zeitbedingt wechselnden musikalischen Einflüsse ihr wohl auch eine ungebrochene Überlebensfähigkeit sicherte. Profilierte Komponisten wie Masso Koga (* 1924), dem mit »Kage Wo Shitaite« (1947) ein maßstabsetzender Klassiker dieses Genres gelang, haben dem jeweiligen Zeitgeist im Spagat zwischen fernöstlicher Tradition und westlichem Modernisierungsstreben einen eigenständigen kulturellen Ausdruck geschaffen, der von den Besonderheiten der japanischen Musik ebenso geprägt ist wie von den angloamerikanischen Popmusikmoden. Doch es waren die (überwiegend weiblichen) Vokalinterpreten, die mit ihrem emotionsgeladenen Gesangsstil und den zu Herzen gehenden Gefühlsausbrüchen Enka am Leben hielten. Misora Hibari (1937-1989) gilt unbestritten als die »Königin« des Enka, die schon als Zwölfjährige Erfolge feierte und mit einer unvergesslichen Interpretation von »Kanashii Saké« (1964), bei der sie in Tränen ausbrach, zu einer kulturellen Ikone Japans geworden ist. Aus der jüngeren Generation ragt vor allem Miyako Harumi (* 1954) mit ihrer ungemein ausdrucksstarken und nuancenreichen Stimme heraus.

Universal-Lexikon. 2012.

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